
um 2000
BaldSoonHeinrich Modersohn 02.2000 2000 Oil on canvas 60 x 80 cm
Der Ausstellungstitel um 2000 versammelt ausgewählte Gemälde und Aquarelle aus einer zusammenhängenden Werkphase, die Heinrich Modersohn zwischen dem Ende der 1990er-Jahre und den frühen 2000er-Jahren entwickelte. Die gezeigten Arbeiten geben Einblick in einen bislang nicht öffentlich präsentierten Abschnitt seines Schaffens.
Zwischen 1997 und 2002 entstanden groß- und kleinformatige Ölgemälde auf Leinwand, deren Farbigkeit und Formdichte an eine Vielzahl von Aquarellen und Zeichnungen anknüpfen. Während die Aquarelle häufig aus seinen Reisen in die Alpen hervorgingen, haben die Gemälde ihren Ursprung im Atelier in Hellwege, unweit der Niederungen der Wümme, der Wiesen und Wälder zwischen Bremen und Hamburg.
Die Bilder entfalten eine große Intensität und poetische Kraft. Ihre Entstehung ist eng mit der Wahrnehmung der Natur verbunden, ohne auf deren Abbildbarkeit zu zielen. Landschaft wird hier nicht als fest umrissenes Motiv aufgefasst, sondern als ein Gefüge aus Bewegung, Licht, Rhythmus und Veränderung. Die Naturerfahrung bildet den Ausgangspunkt einer Malerei, in der sich Wahrgenommenes allmählich von seiner gegenständlichen Bindung löst. Linien, Farbspuren und organisch anmutende Formen bewahren die Erinnerung an Landschaft, Vegetation und natürliche Prozesse, ohne diese eindeutig zu bezeichnen.
Das Bild bewegt sich zwischen Erkennbarkeit und Auflösung: Formen treten hervor, verdichten sich und gehen wieder in den Zusammenhang der Farbflächen ein. Gegenständlichkeit erscheint dabei weniger als festgelegter Inhalt denn als Möglichkeit, die sich im Sehen und Betrachten immer wieder neu eröffnet.