Su Yu Hsin im IBB Videoraum

BaldSoon
Su Yu Hsin
9. September – 26. Oktober 2026

Der erste Teil führt nach Hsinchu in Taiwan, wo ein großer Teil der weltweit benötigten Hochleistungshalbleiter produziert wird. Der Film fragt, woher die enormen Wassermengen für die Chipfertigung stammen und wer Zugang zu dieser lebenswichtigen Ressource erhält. Aus der Perspektive einer Wasserlieferantin entfaltet sich die Geschichte der Dürre von 2021 und macht sichtbar, wie eng globale Lieferketten mit lokalen Wasserlandschaften verbunden sind. Der zweite Teil verlagert den Blick in die Wüste Arizonas. Zunächst aus der Perspektive eines selbstfahrenden Autos, zeichnet er den Wandel einer trockenen Landschaft zu einem Zentrum der Halbleiterproduktion und des Cloud-Computings nach. Inspiriert durch das Gedicht ›Cloud Song‹ der Tohono O’odham-Dichterin Ofelia Zepeda nähert sich Su Yu Hsin dem Spannungsfeld zwischen den Versprechen technologischen Fortschritts und seinen ökologischen Folgen auf poetische Weise.

Der dritte Teil führt nach Dresden-Gittersee, wo die Geschichte des Bergbaus auf aktuelle Entwicklungen der Halbleiterindustrie trifft. Er verfolgt den Weg von Silizium—einem der wichtigsten Rohstoffe für Computerchips und Solarzellen – durch geologische Schichten, industrielle Produktionsprozesse und politische Umbrüche. Die Landschaft erzählt von der Förderung von Kohle und Uran ebenso wie von den Zukunftsversprechen des heutigen ›Silicon Saxony‹ und macht sichtbar, wie regionale Geschichte mit globalen Rohstofflieferketten verflochten ist.

Su Yu Hsin wurde 1989 in Taichung (Taiwan) geboren. Sie studierte an der Shih-Chien-Universität in Taipeh, am Royal Collage of Art, London und der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig. Ihre Arbeiten wurden u.a. in der Kunsthalle Winterthur, GfZK Leipzig, Sculpture Center, New York, Taipeh Fine Arts Museum, Kunsthalle Baden-Baden und Centre Pompidou-Metz gezeigt. Sie lebt in Berlin und Taipeh.

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