WITTERN

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Nadine Karl, Mira Siering, Darcy Neven, Philip Nürnberger, Mohamad Moe Sabbah
30. Mai – 29. August 2026

Fotos: Jana Buch, Carla Hamacher

Aus den Rissen der Gegenwart wittert eine Kunst, die das Noch-Nicht in den Trümmern des Nicht-Mehr spürt. Eine Kunst der neuen Zeitlichkeit, zeitlos-überzeitlich. Die Natur arbeitet am Material, verwandelt, zersetzt, hinterlässt Spuren. Nicht aus Trotz optimistisch, nicht resigniert, sondern im Wissen um die Selbstermächtigung im Witterungsprozess. Mira Siering und Nadine Karl gestalten das Gelände der Simultanhalle installativ. Sie entwickeln künstlerische (Denk-)Räume im Dialog miteinander und dem Gelände und spüren Narrativen der Witterung nach. In Zeiten der Polykrise wittern auch wir, dass ein Paradigmenwechsel unausweichlich geworden ist. Am Performance-Tag wird das Gelände zusätzlich zur Spielstätte für hauntologische Heimsuchungen: Darcy Neven erinnert mit einer kulinarischen Performance an alte Naturreligionen und schamanistische Rituale. Mohamad Moe Sabbah konfrontiert uns mit queeren Lebensformen einer post-collapse-future geprägt von Ökozid, Zerfall und Krieg. Philip Nürnberger untersucht in seiner Lecture-Performance „Keine Ruinen mehr“ deren gespenstische und mahnende Dimension.