Abstraktion, Licht & Farbe
BaldSoonDie Ausstellung „Abstraktion, Licht und Farbe“ erforscht das weite Feld der Abstraktion. Dabei werden die Wechselwirkungen zwischen Farbe, Licht, Raum, Bewegung und Form sichtbar, die die Wahrnehmung der BetrachterInnen beeinflussen, den Blick leiten und die Sinne schärfen. Licht und Farbe nehmen hier als raum- und wahrnehmungsverändernde Mittel eine besonders zentrale Position ein. Ihre Rolle wird neu besetzt und Ihr Stellenwert erhöht. Farbe erscheint erstmals als eigenständiges, aktives Gestaltungsmittel und beeinflusst gleichzeitig – zusammen mit Kontrasten und Texturen – die Lichtwirkung. Zwischen der Figuration und der Gegenstandslosigkeit öffnet die Abstraktion einen weiten Raum und tritt gleichzeitig in Kontakt mit dem Raum, der sie umgibt. Vom Informel über die Minimal Art bis hin zur Abstraktion im 21. Jahrhundert, spannt die Ausstellung einen weiten Bogen und unterstreicht dabei die Vielseitigkeit der Abstraktion sowie ihre Entwicklung über die Zeit. Emil Schumacher zählt zu den prägenden Vertretern des Informel und begreift die Leinwand als physischen Raum, in dem Materialität, Geste und Farbe unmittelbar erfahrbar werden. Einen anderen Zugang zur Abstraktion eröffnet Etel Adnan, die mithilfe von Farbe die Grenzen der Sprache überwindet. In ihren kleinformatigen Ölgemälden verbinden sich leuchtende, pastos aufgetragene Farbschichten zu klaren und eindringlichen Kompositionen. Auch in den Arbeiten von Gotthard Graubner spielt die Farbe eine zentrale Rolle. Seine kontemplativen Werke verdichten Farbe, Raum und Körper zu einer organischen Einheit und arbeiten mit gegensätzlichen Erfahrungswerten. Diese Dualität findet sich ebenso in den Arbeiten von Bernd Ribbeck wieder, der mit geometrischen Formen Gegensätze miteinander verbindet. Fred Sandback als Beispiel für die reine Gegenstandslosigkeit. Seine Arbeiten sind keine bloßen Entwürfe für Skulpturen, sondern präzise räumliche Interventionen, die die Essenz von Räumen einfangen und diese durch feine Abstufungen von Licht und Schatten erfahrbar machen. Auch Imi Knoebel untersucht mit reinen Farbflächen die Wirkung von Farbe, Form und Licht im Raum. Seine Werke zeichnen sich durch das Zusammenspiel von Rhythmus, Geometrie und leuchtender Farbkraft aus und führen die Reduktion auf elementare bildnerische Mittel konsequent fort. Bei Sigmar Polke schließlich verbindet sich die Abstraktion mit radikalen Experimenten, chemischen Prozessen und der ständigen Auflösung fester Grenzen zwischen Figuration und ungegenständlicher Malerei. Damit erweitert er den Begriff der Abstraktion um eine prozesshafte und offene Dimension.