Zinn Asphalt Öl

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Gruppenausstellung
30. August – 16. Oktober 2026

Bild 1: © Anna C. Wagner: Martin Frech und Frank Doering sprechen zur Einführung © Anna C. Wagner: Martin Frech und Frank Doering sprechen zur Einführung © Anna C. Wagner: Martin Frech und Frank Doering sprechen zur Einführung ©
Bild 2: © Anna C. Wagner: Tobias D. Kern (li.) und Markus Mischkowski (re.) © Anna C. Wagner: Tobias D. Kern (li.) und Markus Mischkowski (re.) © Anna C. Wagner: Tobias D. Kern (li.) und Markus Mischkowski (re.) © Anna C. Wagner
Bild 3: © Anna C. Wagner: Gespräch mit dem Publikum © Anna C. Wagner: Gespräch mit dem Publikum © Anna C. Wagner: Gespräch mit dem Publikum © Anna C. Wagner: Gespräch mit dem Publikum
Bild 4–5: © Anna C. Wagner, Matinee in der schaelpic © Anna C. Wagner, Matinee in der schaelpic © Anna C. Wagner, Matinee in der schaelpic © Anna C. Wagner, Matinee in der schaelpic

Zinn, Asphalt, Lavendelöl und Terpentin waren die Zutaten, die Sonne lieferte die Energie: Vor etwa 200 Jahren gelang Nicéphore Niépce (1765–1833) eine Heliographie, die heute als die erste Fotografie der Welt gilt: »Der Blick aus dem Fenster in Le Gras« zeigt die Aussicht aus einem Fenster seines Hauses im Burgund.

Das durch glückliche Umstände erhalten gebliebene Unikat ist eine Wegmarke der Menschheitsgeschichte: Niépce’ quasi-alchemistische Versuche zeitigten die epochale Erfindung der Fotografie, die wir mit einer Ausstellung in der schaelpic in Köln feiern werden. Wir haben 24 Fotografinnen und Fotografen eingeladen, rein analog eine von dieser ›ersten Fotografie‹ inspirierte Arbeit anzufertigen.

Uns ist wichtig, die grundlegenden fototechnischen Entwicklungen des 19. Jahrhunderts im Kontext der späteren Erfindungen zu reflektieren: Eine analoge Fotografie resultiert aus direkten kontinuierlichen physikalisch-chemischen Prozessen im Austausch mit und kausal abhängig von der Welt. Im digitalfotografischen Prozess, der ›Fotografie nach der Fotografie‹, ist die Abbildung das Resultat diskretisierter analoger Weltsignale, immerhin. Bildgeneratoren über Large-Language-Models, deren Weltwissen selbst bloß auf Bildern und deren Output auf rein sprachlichen Beschreibungen basieren, hingegen generieren Faksimiles erwarteter Erfahrungen.

Wir wollen mit unserer Ausstellung nachdrücklich daran erinnern, wie wichtig es ist, Fotografien trennscharf von generativ erzeugten Bildern zu unterscheiden und deutlich machen, was die Menschheit mit der traditionellen Fotografie verlieren würde.

Martin Frech, Juni 2026