Räume zwischen den Schichten

BaldSoon
Carlo Domeniconi
17. Oktober – 7. November 2026
VernissageOpening: Samstag, 17. Oktober 2026, 15:00 Uhr

Courtesy sam scherrer contemporary

Carlo Domeniconi ist primär Maler. Seine künstlerische Arbeit ist der Schichtenmalerei verpflichtet, einer klassischen Maltechnik, bei der ein Bild nicht in einem einzigen Arbeitsgang entsteht, sondern sich aus mehreren aufeinanderfolgenden, sorgfältig durchgetrockneten Farbschichten entwickelt. Jede neue Schicht verändert, überlagert oder verfeinert das darunterliegende Motiv. Auf diese Weise entsteht ein vielschichtiger Bildraum, in dem die einzelnen Arbeitsschritte, als Spuren im Bild gegenwärtig bleiben.

Es ist dem Künstler dabei besonders wichtig, dass das Malerische selbst sichtbar und erfahrbar wird. Die Pinselführung, das Spiel mit Licht und Schatten, die Erzeugung von Tiefenwirkung sowie die feinen Abstufungen und Nuancen der Farben sind wesentliche Bestandteile seiner Bildsprache. Die Malerei verbirgt ihren Entstehungsprozess nicht, sondern macht ihn zu einem eigenständigen Ausdrucksmittel. Auch die formale Sprache seiner Bilder ist vielfältig. Während manche Arbeiten von Vertikalen und Horizontalen bestimmt werden und dadurch eine eher architektonische oder konstruktive Wirkung entfalten, verzichten andere weitgehend auf gerade Linien. Dort begegnen uns runde, schlangenförmige und kurvige Linien, die den Bildraum in Bewegung versetzen. So entsteht ein spannungsreiches Wechselspiel zwischen Ordnung und Dynamik, Konstruktion und Auflösung, Begrenzung und Öffnung.

Carlo Domeniconi ist kein Künstler der Konzeptkunst. Seine Bilder sind expressiv und gehen von der sinnlichen Erfahrung der Malerei aus. Sie spiegeln einen inneren Zustand oder vermitteln eine bestimmte Atmosphäre. In anderen Fällen sind sie die künstlerische Interpretation eines Themas, das den Maler beschäftigt und über die konkrete Darstellung hinausweist. Dies zeigt sich beispielsweise in zahlreichen kleinformatigen Schwarz-Weiss-Arbeiten, in denen Stadtlandschaften erahnbar sind. Andere Werke widmen sich der Darstellung von Köpfen. Diese Köpfe sind nicht naturalistisch ausgearbeitet, sondern aus geometrischen Formen, Volumen sowie hellen und dunklen Bereichen aufgebaut. Das spannungsvolle Zusammenspiel von Hell/Dunkelschattierungen, verleiht ihnen Plastizität und zugleich eine gewisse Rätselhaftigkeit.