Extraordinary Simplicity

AktuellNow
Paul Sous
10. Oktober – 7. November 2026

Courtesy Raab Galerie

Für seine
Ausstellung zum 10. Jahrestag unserer Zusammenarbeit ist Paul Sous
eine Überraschung gelungen. Seit Jahren haben wir seine Werke
täglich vor Augen oder um uns, sie erinnern mit seinem Anflug
von Humor an die Maxime: " Nicht wegschmeißen, da kann man
noch etwas mit machen". Dass ausgerechnet ein ausgebildeter
Licht- und Reklamehersteller diese Äußerung macht, ist
nicht verwunderlich; denn Paul Sous kommt aus einer Aachener
Künstlerfamilie und geht deshalb den Dingen auf den Grund. Seine
zehnjärige Fachausbildung spricht dabei auch für Geduld,
Ausdauer und Neugier als persönliche Stärken. Er schließt
sie sechsundzwanzigjährig mit beendetem Studium für
Handwerksdesign in Aachen ab.

Das Feld, das Paul Sous
seither künstlerisch bespielt, gehört zum Kreativsten und
Komplexesten. Während es im Werbefilm zum Beispiel darum geht,
innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde Spannung und Interesse an
einem Objekt herzustellen, sind Paul Sous Werke lieber hintergründig.
Dem Betrachter soll sich das Objekt nicht ständig entziehen, er
soll es auf seine Substanz untersuchen. Denn der Alltagsgegenstand,
der als Grundlage seiner Objekte dient, ist weder ein ready made noch
handelt es sich um ein objet trouvé. Er dient der Herstellung
eines liebevoll hergestellten Kunstwerkes. Mit spielerischer
Leichtigkeit vollzieht Sous eine Rückbesinnung auf den Wert der
Dinge, die uns täglich umgeben. Und weil das mit Humor
geschieht, ändert sein Werk vor unseren Augen unsere
Herangehensweise an den täglichen Umgang mit dem Gebrauchsgut.
Dem Humor gesellt sich gern auch das Absurde hinzu, das die visuelle
Wirkung des Werkes noch verstärkt. Das wiederum führt zur
Beobachtung, dass man einen Gegenstand liebgewinnen kann, so wie man
als Kind seinen Teddy liebte.

William Morris, einer
der größten Förderer des in den 1880er Jahren
begründeten Arts and Crafts Movements, wäre begeistert von
den neusten Arbeiten Paul Sous in dieser Ausstellung. Mit den uns
liebgewordenen Produkten einer Abfallgesellschaft spielt Paul Sous
mit neuen Designikonen aus der Industrie - TetraPak spielt eine
wichtige Rolle im neuen visuellen Vexierspiel mit vielen alten
Bekannten. Sie dürfen sich auf eine schöne Überraschung
freuen. Denn auch wenn Paul Sous - seinem Vorgänger William
Morris darin nicht unähnlich - nicht über Schönheit
spricht, ohne die Schönheit eines Objektes könnten wir es
auch nicht ins Herz schließen. Und dem folgt die Frage auf den
Fuß: was ist denn eigentlich schön?

Es steht fest, dass
täglich zuviel Schönes verschwindet und dass Paul Sous
Rettung des Schönen so leicht erscheint, dass jede und
jeder von uns dem bei nächster Gelegenheit Einhalt
gebieten kann.