
Jenseits der Landschaft
AktuellNowCourtesy onomato künstlerverein
Ute Hille
Sie findet ihre Motive entlang der Straße im Düsseldorfer Umfeld. Der gestaute Stadtverkehr ermöglicht den entschleunigten Blick auf das aufleuchtende Kulturpflanzenmeer, gerastert, farbgesättigt und zart unter transparenten Netzen geschützt. Die Pflanzen folgen dem Licht im Rhythmus eines angestrebten Liefersystems. Ordnung, System und industrieller Plan der Arbeitslandschaft eines Gartenbaubetriebs bilden die Notation einer sanften, manchmal elegischen visuellen Musik, die die Künstlerin sorgsam in ihre fotografische Bildsprache übersetzt. Die Kamera öffnet die von ihr aufgespürten Räume. Verdichtete Zeitfelder liegen sortiert und formatiert. Jenseits von Landschaft erschließen sich Spuren von Menschen, Natur und Kultur, die neu gesehen werden möchten.
Zhong Qi
„Als ich feststellte, dass die Wetter- und Strömungsverhältnisse an diesem Tag keine so atemberaubende Szene mehr hervorbringen konnte wie am Vortag, fand „Theater of the Yangtze River“ – ein Projekt, dass sich über fünf Jahre und neun Monate erstreckte – offiziell seinen Abschluss. Nach der Fertigstellung des abschließenden „Epilogs“ nahm ich mir bewusst Zeit, dem Fluss meiner Gedanken so lange zu folgen, bis mir mein Gefühl sagen sollte, dass ich fertig war. Ich wollte den Innenwelten der Personen auf meinen fotografierten Flusslandschaften nachspüren und merkte, dass ich meinem Ziel näher kam, wenn ich meine Augen schloss, mich ruhig hinsetzte, z.B. auf einen großen Stein, und dann dem Wind und dem Rauschen der Strömung, die unaufhörlich an meine Ohren schwappte, zuhörte. Ich versuchte mich zu vergessen, mich von Allem zu lösen. Unbeabsichtigt wurde dieses „Selbstvergessen“ zur wesentlichen Praxis dieser Serie.“
Kuratiert von Terry Buchholz