Reine Malerei

AktuellNow
Karl-Heinz Schwind
11. September – 30. Oktober 2026

Courtesy Nicole Gnesa Galerie

Nicole Gnesa freut sich sehr, ab dem 10. September 2026 in der Ausstellung Reine Malerei Bilder von Karl-Heinz Schwind (1958 Landau–2024 Berlin) zu zeigen.

Kunst war keine Möglichkeit, sondern eine Notwendigkeit für Karl-Heinz Schwind.

Nach seinem Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Georg Baselitz und in Folge als Meisterschüler von Per Kirkeby widmete er sich der Malerei über Jahrzehnte mit kompromissloser Konsequenz. Angetrieben von einer Art innerem Dämon entwickelte sich eine existentielle Bindung an das Medium, die trotz teils prekärer Lebensbedingungen sein gesamtes Leben bestimmte.

Seine Bilder entstanden aus einer unmittelbaren Begegnung mit Farbe, Material und Bewegung, aus einer tiefen Verbundenheit mit dem Medium und einer inneren Energie, die sich jeder Rationalisierung entzog. Nicht ein vorgefasstes Konzept stand am Anfang, sondern die Entwicklung des Bildes aus dem malerischen Akt selbst. Dabei besitzen seine Arbeiten noch heute eine besondere körperliche Präsenz: Farbe, Geste und Material verbinden sich zu einer Bildsprache, in der Wahrnehmung und Denken untrennbar miteinander verbunden sind. Das Bild entsteht aus diesem unmittelbaren Austausch zwischen Künstler, Körper und Welt und bewahrt die Spuren dieses Entstehungsprozesses auf der Maloberfläche.

Dabei oszillieren Schwinds Werke zwischen Unruhe und Konzentration, zwischen Rohheit und Sensibilität. Aus dieser Spannung beziehen sie diese besondere Intensität.

In Schwinds Malerei verbinden sich unterschiedliche kunsthistorische Resonanzen, ohne dass sie sich konkret zuordnen ließe. Erkennbar sind Bezüge zur expressiven Malerei der 1980er Jahre sowie zu den großen Befreiungsbewegungen der Malerei des 20. Jahrhunderts: zur Kraft des Expressionismus, zur Auflösung traditioneller Bildordnungen im Informel und Tachismus und zur Offenheit des Dadaismus gegenüber Material, Fundstück und Zufall.

Diese kunsthistorischen Anklänge waren für Schwind jedoch keine bewusste konzeptuelle Bezugnahme. Sie ergaben sich vielmehr aus einer unbewussten, lebenslangen Beschäftigung mit der Malerei selbst. Beobachtungen seiner Umgebung, alltägliche Eindrücke und gefundene Materialien fanden Eingang in seine Bilder, die die Energie ihres Entstehens bewahren und den Akt der Malerei unmittelbar erfahrbar machen.