

cevdet erek—them and us
AktuellNowBild 1: © Cevdet Erek. Courtesy the artist and neugerriemschneider, Berlin. Photo: Jens Ziehe, Berlin
Bild 2: © Cevdet Erek. Courtesy the artist and neugerriemschneider, Berlin. Photo: Stuart Whipps
In ›them and us‹, seiner zweiten Einzelausstellung bei neugerriemschneider, setzt Cevdet Erek seine fortlaufende Beschäftigung mit dem klanglichen Potenzial von Architektur und dem architektonischen Potenzial von Klang fort. Gezeigt werden jüngste skulpturale Werke, die mit ihren stadionartigen Konstruktionen gesellschaftliche Dynamiken reflektieren. In den Wandarbeiten und der großformatigen Soundinstallation aus Lehmsteinen sind die Gästeblöcke von Fußballstadien, in welche die Fans des Auswärtsteams verbannt werden, mit Blattgold beziehungsweise natürlichen Farbstoffen markiert. Ohne Menschen und deren identitätsstiftende Symbole und Transparente wirken die Werke einerseits von der Zeit losgelöst und evozieren andererseits Assoziationen an Theater und Schaukampf der Antike sowie deren Analogien zu heutigen Verbindungen, Spaltungen und Anhängerschaften. Dazu trägt auch der treibende, archaisch anmutende Mehrkanal-Soundtrack bei, dessen durchdringende perkussive Rhythmen an das synergetische oder miteinander konkurrierende Trommeln eines Stadionpublikums erinnern.
Das SculptureCenter in New York präsentiert diesen Herbst ›Americas‹, eine Einzelausstellung mit neuen Werken von Erek (19. September—28. Dezember). Darüber hinaus zeigt das Haus der Kulturen der Welt in Berlin ab September mit ›Not All Travellers Walk Roads—Of Humanity as Practice‹ eine geografische und räumliche Übersetzung der im vergangenen Jahr gezeigten 36. Bienal de São Paulo, einschließlich Ereks Soundinstallation und grafischer Intervention ›Rampa rítmica‹ (Rhythmic Ramp) (2025), die ursprünglich für den Pavilhão Ciccillo Matarazzo entwickelt wurden (12. September—6. Dezember).
Werke von Cevdet Erek (geb. 1974) wurden in Einzelausstellungen internationaler Museen und Institutionen gezeigt, darunter Secession, Wien (2025); Hamburger Bahnhof—Museum für Gegenwart, Berlin (2019); Art Institute of Chicago, Chicago (2019); Museum van Hedendaagse Kunst, Antwerpen (2018); Museo Universitario Arte Contemporáneo, Mexiko-Stadt (2017); Türkischer Pavillon, 57. Biennale di Venezia, Venedig (2017); Spike Island Artspace, Bristol (2014), und Kunsthalle Basel, Basel (2012). Darüber hinaus nahm der Künstler an der 36. Bienal de São Paulo, São Paulo (2025); der 13. Liverpool Biennial, Liverpool (2025); der Manifesta 14, Pristina (2022); der 7. Singapore Biennale, Singapur (2022); der 7. Ruhrtriennale, Bochum (2019); der 11. Shanghai Biennale, Shanghai (2016); der 20. Biennale of Sydney, Sydney (2016); der 14. Istanbul Biennial, Istanbul (2015); der 5. Marrakech Biennale, Marrakesch (2014); der Sharjah Biennial 11, Schardscha (2013); der 7. Asia Pacific Triennial of Contemporary Art, Brisbane (2012), und der dOCUMENTA (13), Kassel (2012), teil. Erek lebt und arbeitet in Istanbul.