Bin dann mal weg.

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René Groebli
10. Oktober – 7. November 2026

Courtesy in focus Galerie

Die Möglichkeit, René Groeblis außergewöhnliches Lebenswerk zu schätzen, möchten wir Ihnen gerne geben und laden Sie am 10.10.2026, einen Tag nachdem René 99 Jahre alt geworden wäre, zur Eröffnung der großen retrospektiven Gedenkausstellung ein. Neben einigen seiner berühmten Ikonen zeigen wir viele, bei uns noch nie vorgestellte und teilweise sehr rare Werke von ihm.

Der in Zürich geborene Fotograf prägte mit seiner unerschütterlichen Neugier, seinem Sinn für Bewegung und seiner poetischen Bildsprache Generationen von Bildschaffenden. Er hinterlässt ein Werk, das weit über die Grenzen der Schweiz hinausstrahlt.

Groebli wurde in den 1950er-Jahren international bekannt, als er mit seinen Serien „Magie der Schiene“ (1949) und „Das Auge der Liebe“ (1954) neue Wege zwischen dokumentarischer Beobachtung und emotionaler Bildkomposition beschritt. In „Magie der Schiene“ verband er technische Präzision und visuelle Dynamik zu einer Hommage an Geschwindigkeit, Dampf und Bewegung – eine fotografische Symphonie auf das Zeitalter der Eisenbahn. „Das Auge der Liebe“, eine intime Serie über seine frisch angetraute Ehefrau, zeigte hingegen die zarte, sinnliche Seite seines Schaffens und gilt bis heute als ein Schlüsselwerk der subjektiven Fotografie in Europa.

In den folgenden Jahrzehnten wandte sich Groebli verstärkt der Farbfotografie und experimentellen Bildgestaltung zu. Seine Serien „The Colour of Time“, „London“ oder „Variation“ zeugen von einem ungebrochenen Forschergeist – visuell gewagt, formal streng und doch immer von einer leisen Melancholie durchzogen. Dabei verstand er es, Licht nicht nur als Mittel, sondern als Thema selbst zu behandeln.

Bis ins hohe Alter blieb René Groebli ein Suchender, ein Perfektionist und zugleich ein humanistischer Beobachter. Er gehörte zu den letzten lebenden Vertretern jener Generation, die Fotografie als Kunstform neu definierte – jenseits von Reportage und Kommerz. Seine Arbeiten hängen heute in bedeutenden Museen und Sammlungen weltweit, und sein Einfluss ist in vielen jüngeren Schweizer Fotograf:innen spürbar.

René Groebli hat mit seiner Kamera nicht nur gesehen, sondern gefühlt. Sein Werk bleibt ein stilles Zeugnis davon, wie aus Licht und Zeit Poesie werden kann.