Out of The Box – Handlungskörper

BaldSoon
Gruppenausstellung
16. Oktober 2026 – 10. Januar 2027
VernissageOpening: Donnerstag, 15. Oktober 2026, 19:00 Uhr

Bild 1: © VG Bild-Kunst, Bonn
Bild 2: © mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin und von neugerriemschneider, Berlin
Bild 3: © Tales Frey, mit freundlicher Genehmigung des Künstlers

Die Ausstellung "Handlungskörper" führt die künstlerisch-kuratorische Auseinandersetzung mit der ifa-Kunstsammlung fort und richtet den Blick darauf, wie Räume und Körper durch Bewegung und gemeinsames Handeln wahrgenommen und geformt werden. Ausgewählte Werke aus der ifa-Sammlung treffen auf zeitgenössische Perspektiven, die soziale Ordnungen sichtbar machen und Möglichkeiten des Widerstands eröffnen. In diesem Raum des Miteinanders entfalten sich Schritt für Schritt textile Objekte, hybride Körper oder soziale Choreografien.

Seit den frühen 1960er Jahren schuf Franz Erhard Walther aktivierbare textile Skulpturen und erklärte die Handlung selbst zur Werkform und damit das Publikum zu teilnehmenden Akteur:innen. Objekt und Prozess greifen in seinen "Handlungskörpern", die diese Ausstellung inspiriert haben, ineinander. Die Hand denkt, der Körper antwortet.

In ihrer filmischen Hommage an die Tänzerin, Choreografin und Künstlerin Noa Eshkol untersucht Sharon Lockhart Bewegungen als eine Form von Sprache und wie Tanz aus dieser hervorgeht.

Die handgewebten Textilien von Hana Miletić sind Übersetzungen von Reparaturen, denen die Künstlerin im öffentlichen Raum begegnet. Sie setzt damit der beschleunigten, standardisierten Gegenwart eine materialbasierte, fürsorgliche Form von Arbeit entgegen.

Eglė Budvytytė erprobt mit Schüler:innen das gemeinsame Schütteln, um etablierte Ordnungen im System Schule zu irritieren und den eigenen Körper als Ort von Handlungsspielräumen neu wahrzunehmen.

In Silvi Naçi’s "Handfilm" werden die unsichtbaren Schmerzen zu einem Archiv von Gesten und zu Körpern von eigenem Gewicht. Sie gelangen von der Erfahrung persönlicher Begrenzung hin zu Handlung und Verbundenheit.

Die Performance von Tales Frey bewegt sich im Grenzbereich von Tanz, Skulptur und Kleidung und verbindet Nähe und Distanz, Begrenzung und Freiheit, Balance und Transformation zu einem gemeinsamen Körper, der Zwischenräume erschließt und neu bewohnt.

Der Körper ist ein Haus, auch das Haus der Seele. Das Haus aus Bienenwachs von Wolfgang Laib öffnet solche inneren Räume.

Kuratiert von Inka Gressel