


HAR I: Abschlussausstellung von Seongwon Park
BaldSoonSeongwon Park: Wo komme ich her, wo gehe ich hin?
Die Arbeiten von Seongwon Park entstehen aus der Beobachtung urbaner Räume und ihrer oft übersehenen Details. Fassaden, Leerstände, Kioske, Fenster, Vorhänge oder Spuren der Zeit werden zu Ausgangspunkten einer künstlerischen Untersuchung über Präsenz, Erinnerung und Abwesenheit.
Im Zentrum ihrer Arbeiten stehen Orte, die ihre ursprüngliche Funktion verloren haben. Die Künstlerin interessiert sich für jene Momente, in denen Architektur nicht mehr allein durch ihren Nutzen definiert wird, sondern durch die Spuren, Überlagerungen und Veränderungen, die sich im Laufe der Zeit eingeschrieben haben. In Zeichnungen, Gemälden und Skulpturen transformiert sie diese Beobachtungen in neue Bildräume.
Während ihrer Residency bei der haubrok foundation richtete Park ihren Blick auf leerstehende Gebäude in Berlin-Lichtenberg. Viele dieser Bauten befinden sich in einem Zustand zwischen Vergangenheit und Zukunft: Ihre ursprüngliche Bedeutung ist verblasst, ihre weitere Entwicklung bleibt ungewiss. Für die Künstlerin verkörpern sie eine ›wuchtige Abwesenheit‹—eine Leere, die nicht Stillstand bedeutet, sondern Übergang.
Ausgangspunkt des Projekts ist die Frage »Wo komme ich her, wo gehe ich hin?«, die Park in einem verlassenen Gebäude entdeckte. Ursprünglich an Menschen gerichtet, wird sie in ihrer Arbeit auf die Gebäude selbst übertragen. Die verlassenen Architekturen erscheinen als stille Zeugen gesellschaftlicher Veränderungen und spiegeln zugleich grundlegende menschliche Erfahrungen von Orientierung, Verlust und Neubeginn.
In ihren Arbeiten werden die Gebäude zu Porträts eines Zustands. Ihre äußeren Formen bleiben erhalten, während ihre ursprüngliche Funktion in den Hintergrund tritt. Die entstandenen Werke laden dazu ein, über die Beziehung zwischen Mensch und Raum nachzudenken und die Bedeutung von Abwesenheit neu zu betrachten—nicht als Ende, sondern als offenen Zustand voller Möglichkeiten.