Collector's Room «Kuehn, Reed, Venezia»

Collector's Room «Kuehn, Reed, Venezia»

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Gary Kuehn, David Reed, Michael Venezia
9. Juni – 30. Oktober 2026

Foto: Peter Baracchi

Ausstellungsansicht «Kuehn, Reed, Venezia» © Gary Kuehn, Foto: Peter Baracchi

Ausstellungsansicht «Kuehn, Reed, Venezia» © Gary Kuehn, Foto: Peter Baracchi

David Reed «Untitled 163-2» 1981 Öl und Alkyd auf Leinwand | 30.7 x 274.3 cm | Foto: Peter Baracchi

David Reed «Untitled 163-2» 1981 Öl und Alkyd auf Leinwand | 30.7 x 274.3 cm | Foto: Peter Baracchi

Ausstellungsansicht «Kuehn, Reed, Venezia» © Michael Venezia, Foto: Peter Baracchi

Ausstellungsansicht «Kuehn, Reed, Venezia» © Michael Venezia, Foto: Peter Baracchi

Gary Kuehn «Untitled» ca. 1990 Tusche und Graphit auf Papier | Blattmass 14.6 x 21 cm, Rahmenmass 24 x 29 x 3 cm | Foto: Peter Baracchi

Gary Kuehn «Untitled» ca. 1990 Tusche und Graphit auf Papier | Blattmass 14.6 x 21 cm, Rahmenmass 24 x 29 x 3 cm | Foto: Peter Baracchi

Ausstellungsansicht «Kuehn, Reed, Venezia» © Gary Kuehn, Foto: Peter Baracchi

Ausstellungsansicht «Kuehn, Reed, Venezia» © Gary Kuehn, Foto: Peter Baracchi

Gary Kuehn «Untitled» 1967 Graphit und Emaille auf Papier Bildmass 35.5 x 28 cm, Rahmenmass 42.5 x 34 x 3 cm | Foto: Peter Baracchi

Gary Kuehn «Untitled» 1967 Graphit und Emaille auf Papier Bildmass 35.5 x 28 cm, Rahmenmass 42.5 x 34 x 3 cm | Foto: Peter Baracchi

Michael Venezia «MV NY #815» 1973 Schwarze Emaille auf Papier | Blattmass 66 x 50.9 cm | Rahmenmass 78.7 x 63 cm | Foto: Peter Baracchi

Michael Venezia «MV NY #815» 1973 Schwarze Emaille auf Papier | Blattmass 66 x 50.9 cm | Rahmenmass 78.7 x 63 cm | Foto: Peter Baracchi

Gary Kuehn «Black Painting»2018 Acryl, Platte, Leinwand | 66 x 50.8 cm | Foto: Peter Baracchi

Gary Kuehn «Black Painting»2018 Acryl, Platte, Leinwand | 66 x 50.8 cm | Foto: Peter Baracchi

Gary Kuehn «Untitled» 2017 Lackfarbe, Graphit und Kugelschreiber auf Papier | 30.5 x 22.9 cm | Foto: Peter Baracchi

Gary Kuehn «Untitled» 2017 Lackfarbe, Graphit und Kugelschreiber auf Papier | 30.5 x 22.9 cm | Foto: Peter Baracchi

Michael Venezia «Untitled CV5» 1966 Acryl auf Leinwand | 122 x 142.6 cm | Foto: Peter Baracchi

Michael Venezia «Untitled CV5» 1966 Acryl auf Leinwand | 122 x 142.6 cm | Foto: Peter Baracchi

Gary Kuehn «Untitled» 2017 Lackfarbe, Graphit und Kugelschreiber auf Papier | 30.5 x 22.9 cm | Foto: Peter Baracchi

Gary Kuehn «Untitled» 2017 Lackfarbe, Graphit und Kugelschreiber auf Papier | 30.5 x 22.9 cm | Foto: Peter Baracchi

Gary Kuehn «Untitled» circa 1968 Holz, Harz, Lack | 17.78 x 15.24 x 2.54 cm | Foto: Peter Baracchi

Gary Kuehn «Untitled» circa 1968 Holz, Harz, Lack | 17.78 x 15.24 x 2.54 cm | Foto: Peter Baracchi

Gary Kuehn «Untitled» 2017 Lackfarbe, Graphit, Farbstift und Kugelschreiber auf Papier | 43.2 x 35.6 cm | Foto: Peter Baracchi

Gary Kuehn «Untitled» 2017 Lackfarbe, Graphit, Farbstift und Kugelschreiber auf Papier | 43.2 x 35.6 cm | Foto: Peter Baracchi

Gary Kuehn «Untitled» 2020 Öl und Graphit auf Leinwand | 73.7 x 90.2 cm | Foto: Peter Baracchi

Gary Kuehn «Untitled» 2020 Öl und Graphit auf Leinwand | 73.7 x 90.2 cm | Foto: Peter Baracchi

Gary Kuehn «Untitled» 2017 Graphit, Kugelschreiber, Buntstift und Lackfarbe auf Papier | 43.2 x 35.6 cm | Foto: Peter Baracchi

Gary Kuehn «Untitled» 2017 Graphit, Kugelschreiber, Buntstift und Lackfarbe auf Papier | 43.2 x 35.6 cm | Foto: Peter Baracchi

Mit «Kuehn, Reed, Venezia» präsentiert Häusler Contemporary im Collector’s Room drei wegweisende Künstler der amerikanischen Nachkriegskunst, die die Beziehung zwischen Form, Material und Wahrnehmung in Malerei und Skulptur neu verhandeln. Obwohl ihre Arbeiten unterschiedlichen Ausdrucksformen folgen, untersuchen alle drei die Wirkweisen ihrer jeweiligen Medien. Anhand einer Auswahl an Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen geht die Präsentation der Frage nach, wie sich Farbe, Material und Form eigenständig entfalten und welche ästhetischen Möglichkeiten in ihren Eigenschaften liegen. Dabei rücken nicht allein das fertige Werk, sondern auch die Prozesse des Auftragens, Fliessens, Verteilens und Formens in den Mittelpunkt.

Gary Kuehn (*1939, New Jersey) gehört zu den bedeutenden Vertretern der «Post Minimal» und «Process Art» und hat mit seinem bildhauerischen Oeuvre zur Erneuerung des Skulpturbegriffs in den 1960er-Jahren beigetragen. Schon früh hat er auch im Medium der Zeichnung und der Malerei nach Ausdrucksformen für sein zentrales Thema gesucht: Das Spannungsfeld zwischen Begrenzung und Freiheit von Geste und Materie. In der 1969 begonnenen und bis heute fortgesetzten Werkreihe der «Black Paintings» zeigt Kuehn eine skulpturale Interpretation der Malerei. Der Künstler begreift die Leinwand dabei als «prozessual zu füllenden Behälter»: Acrylfarbe wird in unregelmässige, kreisförmige Schablonen gegossen, wobei die Schablonenform in die eckige Leinwandform gedrückt und deformiert wird. Dieses Prinzip entwickelt der Künstler weiter und lässt in zwei «Black Painting» aus dem Jahr 2018, welche Teil der Präsentation sind, die Farbe aus der eckigen Leinwand austreten und vermeintlich auf den Boden tropfen. In weiteren Zeichnungen aus den Jahren 1967 bis 2019 drängt die Farbe aus begrenzenden Formen wie Kreis, Quadrat oder Dreieck heraus. Das Verhältnis zwischen Kontrolle und Freiheitsstreben zu überwinden, ist auch in den zwei seltenen, frühen Skulpturen «Melt Piece» (1964) und «Untitled» (1968) immanent. Hier wird die «Logik der Konstruktion» (Kuehn) des ehemaligen Dach- und Stahlarbeiters unterlaufen, indem geometrische Formen «aufbrechen» und ihr Inneres ausfliesst.

Während Gary Kuehn die strengen geometrischen Prinzipien des Minimalismus durch Verformung, Spannung und eine oft bewusst fragile Materialität aufbricht, hat David Reed (*1946, San Diego) eine eigenständige Position zwischen gestischer Malerei und medialer Inszenierung entwickelt. Seine Werke verbinden expressionistische Maltraditionen mit filmischen Bildstrukturen und erzeugen einen Dialog zwischen physischer Oberfläche und visueller Illusion. Auf der Suche nach einem direkten künstlerischen Ausdruck schuf Reed zwischen 1974 und 1975 schmale Leinwände, in denen er in schneller Folge breite horizontale Pinselspuren nass in nass setzte. Seit den «Brushstroke Paintings» der 1970er-Jahre hat er dieses Bildelement immer wieder aufgegriffen und zu einem wichtigen Instrument seiner Malerei entwickelt. Das im Collector’s Room präsentierte Gemälde «Untitled 163-2» (1981) besteht aus zwei einzeln aneinandergesetzten Leinwänden, die ein «Ungleichgewicht» herstellen und die Lesbarkeit der «Komposition» unterlaufen (Reed). So entsteht ein Eindruck von Bewegungsunschärfe, in dem sich die horizontalen «Brushstrokes» in Schwarz-Weiss (linke Bildseite) von intensiv farbigen, schleifenartigen Malgesten (recht Bildseite) absetzen. Die Farbschichten werden dabei wie transparente Folien übereinandergelegt, im trockenen Zustand geglättet und erneut überarbeitet, wodurch sich eine dichte, beinahe filmische Tiefenstruktur bildet. Das extrem gelängte Bildformat verdichtet diese kontrollierte Konstruktion.

Im Anschluss an die gestisch komplex angelegten Arbeiten von David Reed richtet Michael Venezia (*1935, Brooklyn – 2025, Trevi) den Fokus auf eine reduzierte malerische Praxis, in der Farbe, Auftrag und Materialität in ihrer unmittelbaren Erscheinung untersucht werden. Als wichtiger Erneuerer der Malerei in den 1960er Jahren konzentriert sich Venezia in seinem Werk auf die konkreten Bedingungen des Farbauftrags, der Oberfläche und der Verteilung des Materia

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