




FACE TO FACE
AktuellNowCourtesy Galerie Rupert Pfab
Die Werke von Aneta Kajzer und Ilse Henin treten in dieser Ausstellung in einen überraschend engen Dialog – über Generationen hinweg und trotz ihrer unterschiedlichen künstlerischen Ausgangspunkte. Beide Künstlerinnen entwickeln Bildwelten, in denen sich die Grenzen zwischen Mensch, Tier, Natur und Landschaft auflösen. Figuren, organische Formen und hybride Wesen erscheinen in einem Zustand ständiger Verwandlung und eröffnen Bildräume, die sich eindeutigen Zuschreibungen entziehen. Während Ilse Henin bereits seit den 1970er Jahren Fragen nach ökologischen Zusammenhängen, feministischen Perspektiven und dem Verhältnis von Mensch und Umwelt in eine poetisch-symbolische Bildsprache übersetzt, entfaltet Aneta Kajzer diese Themen in einer zeitgenössischen, intuitiven Malerei zwischen Abstraktion und Figuration. Gemeinsam machen ihre Arbeiten sichtbar, wie eng alles Lebendige miteinander verwoben ist – und wie Malerei und Zeichnung Erfahrungsräume schaffen können, in denen sich Wirklichkeit, Erinnerung und Imagination auf neue Weise begegnen.
Aneta Kajzers Malerei bewegt sich in einem schwebenden Zustand zwischen Abstraktion und Figuration. Ihre Bilder entstehen in einem intuitiven Malprozess, in dem sich Formen beständig wandeln und nie eindeutig festlegen lassen. Was zunächst abstrakt erscheint, kann bei genauer Betrachtung als Landschaft, Wetterphänomen, menschliche Figur oder organisch anmutende Wesen gesehen werden, die fließend ineinander übergehen.
Diese Offenheit entspricht einem zeitgenössischen Verständnis von Malerei, das starre Kategorien wie abstrakt und figurativ bewusst überwindet. Die Mehrdeutigkeit der Bilder wird durch eine äußerst sensible, den Motiven angepasste Farbigkeit verstärkt. Farbe wird dabei zum emotionalen und erzählerischen Medium und eröffnet Bildräume, in denen Vertrautes und Fremdes zugleich präsent sind.
Kajzers Arbeitsweise erzeugt eine traumartige, fließende Wirklichkeit: Figuren lösen sich im Hintergrund auf, Landschaften verwandeln sich in Körper, Farbspuren verdichten sich zu Gesichtern, Tieren oder hybriden Wesen, ohne jemals vollständig konkret zu sein. So hält ihre Malerei unterschiedliche Deutungsmöglichkeiten bewusst offen und wurde nicht zuletzt als eindringliche Reflexion über das Menschsein beschrieben.