

Federleicht
AktuellNowCourtesy Galerie Richter & Wallis
Christian Imme und Dr. Jo Kley demonstrieren dieser Gemeinschaftsausstellung eindrucksvoll, dass traditionelle Techniken keineswegs veraltet sind. Vielmehr besitzen sie eine zeitlose Ausdruckskraft, die heute genauso lebendig und relevant ist wie in vergangenen Zeiten. Durch die Verbindung von meisterhafter Handwerkskunst mit zeitgemäßen Motiven eröffnen sie neue Perspektiven und verleihen dem Medium eine faszinierende Frische.
Christian Imme (Jahrgang 1952) wurde in Fürstenwalde/Spree geboren und lebt seit seinem Studium in der Nähe von Kiel. Er studierte Freie Grafik an der Muthesius-Kunsthochschule Kiel bei Prof. Bauer. Im Anschluss daran übernahm er von 1986 bis 1988 eine Professurvertretung und war von 1986 bis 2003 langjährig als Lehrbeauftragter tätig. Seit 1983 präsentierte Christian Imme zahlreiche Einzelausstellungen sowie Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland.
Für ihn ist die Zeichnung das spontanste Medium, um Gesehenes, Erlebtes und die Bilderwelten aus dem eigenen Erfahrungsschatz umzusetzen. Seine Bildwelten werden wesentlich geprägt von den Einflüssen der Kunstgeschichte, die unser Leben seit jeher begleitet und dazu anregt, sich immer wieder neu mit ihr auseinanderzusetzen. Gleichzeitig nutzt er die Vielfalt der heutigen medialen Welt als Inspirationsquelle.
Nicht zuletzt sind es die Freude am handwerklichen Tun, das Interesse am konkreten Gegenstand und das Wechselspiel von Inhalt und Form, die den Antrieb für sein künstlerisches Schaffen bilden. Christian Imme versteht seine Arbeit als ein ständiges Ringen um ein gutes Ergebnis, bei dem diese Elemente in Einklang gebracht werden.
Immer wieder wird die Frage gestellt, ob es heute noch zeitgemäß ist, Bilder zu malen oder traditionelle Materialien wie Papier, Graphit, Feder und Tusche zu verwenden. Ebenso wird hinterfragt, ob es noch Sinn macht, Steine zu bezeichnen oder Kupferplatten zu bearbeiten. Wenn Sie jedoch diese Ausstellung mit ausschließlich Werken aus dem Jahr 2026 in großmeisterlicher Technik und Motivik betrachtet haben, wird sich Ihnen diese Frage nicht mehr stellen.