
ADEFRA, NEID & Queer Reads Library
BaldSoonROOTS OF ADEFRA (AT), 2026 © Elija Sydney Tourkazi und Magda Korsinsky
ADEFRA, NEID & Queer Reads Library sind drei (queer-)feministische Gruppen, die Magazine produzier(t)en. Die Ausstellung widmet sich queeren und feministischen Künstler*innen, die sich über Magazinproduktion austausch(t)en und Gemeinschaften etablier(t)en. Sie haben damit viele Menschen außerhalb der Mainstream-Kultur gestärkt. Sie wirk(t)en in unterschiedlichen politischen Systemen und Zeiten, diese spezifischen Kontexte fungieren als Ausgangspunkte in begleitenden Debatten und Veranstaltungen der Ausstellung.
Mitte der 1980er gründete sich die Schwarze Frauen- & Lesbengruppe ADEFRA. Auf deren wichtige feministische und antirassistische Arbeit, sowie das Magazin Afrekete (1988–1990), verweisen die Installation ROOTS OF ADEFRA (AT) von Magda Korsinsky (unter Verwendung von Fotografien und Scans aus dem Archiv von Elija Sydney Tourkazi), sowie die Skulptur Afrekete von Barbara Walker. Die Skulptur wird am Ende der Ausstellung in den öffentlichen Raum überführt werden um an die Gründer*innen Elke Jank und Eva von Pirch zu erinnern.
Die Queer Reads Library wurde als Reaktion auf die Zensur von zehn Büchern mit LGBTQ-Thematik für Kinder und Jugendliche in den öffentlichen Bibliotheken Hongkongs im Juni 2018 ins Leben gerufen. Sie ist eine mobile Bibliothek mit queeren Zines und Büchern, die nun erstmalig in Europa gezeigt wird. Sie wird von Beatrix Pang in Hong Kong und Rachel Lau in Vancouver geleitet. In Berlin ist ein Workshop und Magazinaustausch mit der queeren chinesischen Exilcommunity in der ausgestellten mobilen Bibliothek in Vorbereitung.
Die 1992 gegründete Gruppe NEID nutzte sowohl Underground-Räume als auch Museen als Distributionswege. Bis 2004 erschienen zehn transmediale feministische Magazine als ironische Antwort auf das männlich dominierte Kunstsystem. Gezeigt werden Fotoselbstinszenierungen von unterschiedlichen NEID Akteur*innen sowie die NEID VIDEO SHOW.
Inmitten dieser diversen und doch miteinander verwobenen Praktiken erweist sich das Zine als ein globales Medium der Weltgestaltung, Erhaltung und Entwicklung queerer und feministischer Ausdrucksformen. Die Ausstellung ist ein lebendiges, dynamisches Zeugnis von der Kontinuität, der Widerstandsfähigkeit und der Vorstellungskraft queerer und feministischer Selbstbestimmung.