Towards Childhood

BaldSoon
Phelan O'Hara
9. Juli – 31. Juli 2026
VernissageOpening: Donnerstag, 9. Juli 2026, 18:00 Uhr

Seit über 15 Jahren malt der britische Künstler Phelan O’Hara (*1940) Kinderbilder. Die naiven, mit unbeholfenem Strich auf kleinen Zetteln und dünnem Papier eher beiläufig, als reine Beschäftigung von Kindern gefertigten Zeichnungen üben eine Faszination auf ihn aus, der er mit der Fragestellung begegnet: Was passiert, wenn man eine Kinderzeichnung in ein größeres Format überträgt?

Bei der Werkserie, die unter dem Titel Towards Childhood erstmals ausgestellt wird, handelt es sich jedoch nicht um einfache Kopien von bestehenden Zeichnungen. Vielmehr sind O’Haras Bilder eigene Kompositionen aus für Kinderzeichnungen übliche, stereotype Formen und Anordnungen: Der stilisierte Baum unter einer gelb-runden Sonne, Menschen und Tiere mit ihren Strichbeinen, die den unteren Rand des Formats, der den Boden symbolisiert, bevölkern und in Häusern mit dreieckigen Dächern leben. All das kommt ohne perspektivisch realistische Darstellung aus und wird auf die nötigsten Elemente und Farben reduziert. Die fast primitive Einfachheit der Darstellung in der kunsthistorischen Tradition der Art brut ist das von O’Hara angestrebte (doch bisher noch unerreichte) Ziel.

Phelan O’Hara imitiert die prä-alphabetische Bild-Sprache, in der Kinder Gesehenes und Erlebtes festhalten, und ergänzt die Motive durch eigene Elemente. Er wird von einem englischen Märchen, der Einrichtung einer Urlaubsunterkunft oder Zitaten aus berühmten Songs wie „House of the Rising Sun“ inspiriert – in der Tür des House of many colours erscheint die gestrenge Gestalt der Mutter, die ihrem Sohn im New Orleans der 1960er Jahre eine Jeans näht. Der für O’Haras Œuvre bezeichnende Humor verbindet sich mit seinem Wissen um Vergangenes und seinem Bewusstsein für ihn umgebende, alltägliche Situationen.

Gleichzeitig ist die Arbeit mit Farbe und teilweise Collage auf Leinwand für O’Hara eine erneute Annäherung an eine Art der Malerei. Durch die Wahl der Mittel überträgt er die Zeichnungen in ein neues Medium und erreicht ihre Legitimation als Kunstwerk.

Der Künstler wird zur Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag, den 09. Juli, anwesend sein.