CLUMSY CODES

CLUMSY CODES

BaldSoon
Maria Schumacher
30. Oktober – 19. Dezember 2026

Mit CLUMSY CODES zeigt die galerie burster eine Einzelausstellung der Künstlerin Maria Schumacher. Die Ausstellung umfasst neue Malereien und eine Plakatwand, die sich mit den Bedingungen analoger und digitaler Bildproduktion auseinandersetzen. Im Zentrum steht das Spannungsfeld zwischen einer körperlichen, malerischen Geste und den präzisen Strukturen digitaler Bildsysteme.

Der Begriff clumsy, übersetzbar mit „linkisch“ oder „ungelenk“, verweist auf eine menschliche Eigenschaft, während Codes Ordnung, System und technische Präzision suggerieren. In den Arbeiten der Künstlerin treffen diese beiden Prinzipien aufeinander. Das Raster bildet ein wiederkehrendes formales und konzeptuelles Element. Es verbindet die Materialität des Bildträgers mit digitalen Bildlogiken, die auf Pixeln, Modulen und Wiederholung beruhen, und verweist zugleich auf handwerkliche Traditionen sowie frühe mechanisierte Bildverfahren wie Mosaik und Kreuzstich.

Arbeiten wie Grid Garden, Tipsy Tabs und Light Rotation gehen von softwaregenerierten Bildern aus, die in malerische Prozesse überführt und verändert werden. In Code Switching und Pulsar entstehen die Bildwelten hingegen aus offenen Arbeitsprozessen, in denen Collage, Bildtransfer und klassische Maltechniken miteinander verbunden werden. Wiederkehrende Motive werden kopiert, variiert und in unterschiedlichen Größen neu angeordnet.

Die Plakatwand erweitert diese Auseinandersetzung um die Frage nach Original und Reproduktion. Sie verweist auf die Studiopraxis der Künstlerin, in der sich die Arbeit am Bildschirm und am Bildträger abwechselt und beide Medien aufeinander Bezug nehmen. Zugleich verweist sie auf die allgegenwärtige Präsenz von Bildern auf unseren Displays. Welche Qualitäten besitzt ein Original gegenüber seiner Vervielfältigung? Und wie verändert sich die Vorstellung von Originalität in einer Bildkultur, in der Motive permanent kopiert, übertragen und verändert werden?

Der Titel CLUMSY CODES beschreibt schließlich humorvoll das Verhältnis von Regelwerk und linkischer Geste. Die malerische Handlung fügt sich in bestehende Strukturen ein, unterbricht sie jedoch zugleich. Zwischen Ordnung und Abweichung, Wiederholung und Variation entsteht ein Bildraum, in dem vermeintliche Vorhersehbarkeit auf Zufall und Spontaneität trifft.

Maria Schumacher (*1983, Bukarest, Rumänien) lebt und arbeitet in Leipzig. Sie studierte von 2005 bis 2011 Malerei an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) in der Fachklasse Neo Rauch und H. C. Ottersbach. Von 2011 bis 2012 absolvierte sie im Rahmen eines Fulbright-Stipendiums ein Masterstudium am San Francisco Art Institute in den USA.

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