Ins Offene – Bilder der Wendezeit in Berlin

BaldSoon
Hella De Santarossa
6. November – 11. Dezember 2026

Courtesy Galerie Beyond.Reality.

Seit dem „Mauerfall“ 1989 nähert sich Hella De Santarossa der Stadt auf neue Weise: mit Fotografie und Malerei.

Ihr Blick gilt dem sich wandelnden Berlin, seinen Menschen und den sichtbaren Spuren des Umbruchs. Sie fotografiert Gebäude, Rohbauten und Baustellen, darunter die „Löwenbauten“ wie Reichstag, Bundeskanzleramt und Neubauten am Potsdamer Platz, und hält die Stadt in eingefrorenen Momentaufnahmen fest. Die vergrößerten Fotografien überarbeitet sie in mehreren Farbschichten auf Nessel oder Papier. So entstehen Bilder zwischen Dokumentation und malerischer Impression. Santarossas impulsiver Gestus überlagert und verwandelt das fotografische Abbild, ohne dessen historische Präsenz aufzuheben.

Ihre Arbeiten bewahren damit einen Augenblick, in dem Berlin im Übergang ist: zwischen dem Ende des Alten und dem noch offenen Beginn des Neuen.

Im November 1989 fiel die Berliner Mauer. Was jahrzehntelang unvorstellbar schien, wurde innerhalb weniger Tage Wirklichkeit: Menschen standen auf der Mauer, Fremde lagen sich in den Armen, die ersten Trabis fuhren in den Westen. Volkspolizisten, die eben noch eine unüberwindbare Grenze bewacht hatten, standen einer Situation gegenüber, auf die sie nicht vorbereitet waren. Die gewohnte Ordnung löste sich auf, eine neue war noch nicht abzusehen. Es war ein historischer Augenblick voller Euphorie und Verunsicherung, voller Hoffnung und offener Fragen.

Die Ausstellung Ins Offene – Bilder der Wendezeit in Berlin führt zurück in diese Tage des Umbruchs und in die frühen neunziger Jahre, als sich die Stadt neu zu erfinden begann. Neben den unmittelbaren Szenen des Mauerfalls zeigen Arbeiten aus Hella De Santarossas Werkzyklus Löwenbauten die Baustellen und Neubauten rund um den Potsdamer Platz. Wo zuvor die Mauer Berlin geteilt hatte, entstand eine neue Stadtlandschaft. Kräne, Rohbauten und gewaltige Architekturentwürfe wurden zu Sinnbildern einer Zukunft, deren Gestalt noch keineswegs feststand.