Stefan Gross

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Stefan Gross
18. September – 8. November 2026

Courtesy Galerie an der Pinakothek der Moderne – Barbara Ruetz

Stefan Gross’ Skulpturen entstehen aus einem Material, das wie kaum ein anderes die Verheißungen und Widersprüche der Gegenwart bündelt: thermoplastischem Kunststoff. Seit 2010 entwickelt er aus dem industriellen Werkstoff ein entschieden handwerkliches Verfahren. Er erhitzt, färbt und formt ihn mit den Händen zu üppigen Blüten, Salatköpfen, Schutzanzügen und hybriden Gebilden, deren leuchtende Farben und ornamentale Überfülle zwischen natürlichem Wachstum und künstlicher Konstruktion oszillieren. Gross bezeichnet diese Bildwelt als „SciFi Rokoko“: Eine imaginäre Zukunft blickt auf unsere Gegenwart als ihre „gute alte Zeit“ zurück. So begegnen sich im Werk die höfische Eleganz und dekorative Steigerung des Rokoko mit den Verheißungen des Erdölzeitalters. Die sinnliche Verführung des Materials bleibt untrennbar mit seiner ökologischen Ambivalenz verbunden. Indem Gross einen für die Massenproduktion bestimmten Stoff in unverwechselbare Einzelstücke verwandelt, setzt er industrieller Gleichförmigkeit eine spielerische, körperliche und zugleich kritische Form des Gestaltens entgegen.

Stefan Gross, 1964 in Bendorf geboren, absolvierte eine Ausbildung bis zum Meister im Glaserhandwerk und in der Glasmalerei. Anschließend studierte er Freie Kunst an der HBKsaar in Saarbrücken und ging 1997 mit einem DAAD-Stipendium in die Niederlande. Stefan Gross lebt und arbeitet in Rotterdam.