


Übern Wald
BaldSoonMiwa Ogasawara, Wald 6, 2026, Öl und Zink-Schlagmetallblätter auf Leinwand, 40×30 cm
Es gibt zwei Sehnsuchtsorte, an denen Menschen Ruhe und Entspannung erhoffen, wo sie wieder zu sich kommen und ihnen Flügel wachsen. Es ist das Meer und der Wald.
Der Fotograf Peter Bialobrzeski und die Malerin Miwa Ogasawara leben beide in Hamburg und sind im steten, lebendigen Austausch. Die Galerie zeigte 2022 ihre Arbeiten zum Meer mit dem Titel „Übers Meer“, in diesem Jahr folgt „Übern Wald“. Die Zusammenarbeit zwischen dem Fotografen und der Malerin erweist sich als sehr fruchtbar und tiefgreifend, erlaubt sie es doch, verschiedene Gesichtspunkte einzunehmen und aufzuzeigen. Denn es gibt in der Regel viele Blickwinkel und in diesem Fall ergänzen sie sich vortrefflich.
Der Fotograf dokumentiert und nimmt uns die Illusion, im Wald sei die Welt noch in Odnung. Realität und Vorstellung liegen heute manchmal weit auseinander. Ein auf den ersten Blick intakter Wald, erscheint uns zunächst als romantisch, irritierend allerdings sind immer wieder vergraute Stämme, oder anderes Totholz. Die Arbeiten erinnern daran, dass Romantik ein ästhetisches und historisches Konzept ist. Aber sie trösten auch, denn der Blick in den Wald ist noch immer schön und wohltuend.
Miwa Ogasawara unternimmt gar nicht den Versuch, den Wald als Realität zu betrachten. Bei ihr ist er reine Vorstellung, ein Sinnbild für den ewigen Kreislauf von Wachstum und Verfall, der wiederum die Grundlage bildet für Wandel und Erneuerung. Die vertikalen Bäume stehen für Widerstandskraft, die zarte, reduzierte Farbpalette gibt die Stille und Tiefe des Wald wieder. Die kleinen Malerein auf Schlagmetallblättern fangen die wunderbaren Lichtspiele im Wald kongenial ein. Ihre Bilder machen den Wald sinnlich erlebbar und sprechen zu unserer Seele.