




Female Focus
AktuellNowBild 1: Foto: Jana Margarete Schuler
Bild 2: Foto: Maria Høy Hansen
Bild 3: Foto: Lucia Alonso Garrido
Bild 4: Foto: Chantal Pinzi
Bild 5: Foto: Bedel
Im sechsten Jahr der Hamburg Portfolio Review (HPR) präsentiert die FREELENS Galerie bewusst ausschließlich weibliche fotografische Positionen und stärkt damit die Sichtbarkeit von Fotografinnen im internationalen Kontext. Trotz der bedeutenden Beiträge von Frauen zur zeitgenössischen Fotografie bestehen weiterhin strukturelle Ungleichheiten bei Repräsentation, Förderung und öffentlicher Wahrnehmung.
»Female Focus« versteht sich als Beitrag zu mehr Geschlechtergerechtigkeit, Diversität und kultureller Teilhabe. Fünfzehn internationale Fotografinnen zeigen Arbeiten, die von militärischer Erziehung über generationenübergreifende Erinnerung bis zu Krieg, Alter und Identität reichen – und damit die Vielfalt zeitgenössischer Fotografie sichtbar machen.
Laura Riis eröffnet die Ausstellung mit einem Blick auf eines von nur sechs Mädchen-Militärinternaten Pakistans, wo junge Kadettinnen zwischen Disziplin und Selbstermächtigung eigene Wege in einer strukturell ungleichen Gesellschaft suchen.
Während diese jungen Frauen innerhalb einer der hierarchischsten Institutionen des Landes nach Freiheit suchen, richtet Mathilde Mazars ihren Blick auf eine andere schwierige Realität, mit der junge Menschen konfrontiert sind: Sie begleitet die staatenlose Bajau-Gemeinschaft vor der Küste Borneos, deren jüngere Generation trotz verweigerter Bürgerrechte neue Räume kultureller Selbstbehauptung schafft.
Von einer geopolitischen Peripherie verlagert sich der Blick auf die soziale Topografie einer deutschen Stadt: Jana Islinger untersucht, wie eine unsichtbare Nord-Süd-Grenze in Duisburg die Biografien junger Frauen prägt, und verbindet dabei ihre eigenen Familienerinnerungen mit gegenwärtigen strukturellen Ungleichheiten.
Lucia Alonso Garrido interessiert sich ebenfalls für Lebensentwürfe jenseits gesellschaftlicher Erwartungen – sie porträtiert Frauen in ihren Achtzigern, die als Mitglieder eines Lissabonner Kollektivs das Altern nicht als Rückzug, sondern als Ausdruck von Vitalität und Sichtbarkeit begreifen.
Auch Chantal Pinzi dokumentiert einen Bruch mit Konventionen: marokkanische Reiterinnen, die sich durch Tbourida, eine historisch von Männern dominierte Reittradition, ihren Platz im kulturellen Erbe ihres Landes erobern. Statt in die Vergangenheit richtet Paula Hornickel den Blick in die Zukunft: Ihre Fotoserie untersucht das Zusammenleben von Mensch und Roboter in Deutschland in Pflege, Forschung und Alltag und wirft Fragen zu den sozialen und ethischen Auswirkungen dieser neuen Nähe auf.