







Floaters
AktuellNowPhotos: Dirk Tacke
Rebecca Ackroyds Floaters schwingt zwischen dem Intimen und dem Kosmischen. Die Ausstellung vereint neue Gemälde mit skulpturalen Werken aus einem wachsenden Archiv persönlicher Erinnerungen und gefundener Bilder. Vertraute Formen driften in fremdartige Konstellationen. Private Räume öffnen sich zu imaginierten Welten und kindliche Motive treffen auf militärische Muster, während Körper, Planeten und Erinnerungen als Fragmente erscheinen. Spiegelungen und Doppelgänger, entfalten sich ins Traumhafte, Psychedelische und Unermessliche.
In Ackroyds Werk ist Erinnerung kein fester Speicher, sondern ein fluides Material, das sich fortwährend wandelt und durch Erzählungen und Erfahrung neu zusammensetzt. „Wenn du dich veränderst, verändert sich auch deine Erinnerung.“ Die Künstlerin beschreibt Erinnerung als natürlich fragmentiert und im stetigen Wandel. In der Ausstellung nimmt dieser schwebende Zustand physische Gestalt an. Motive, die sich aus persönlichem Bildmaterial wie Familienfotos und Stickeralben ergeben, werden astronomischen und mikroskopischen Aufnahmen gegenübergestellt. Sterne, Herzen und Blumen koexistieren mit Werkzeugen, Haushaltsgeräten und Tarnmustern. Das Intime verläuft ins Kollektive, während bekannte Symbole plötzlich neue und mitunter beunruhigende Assoziationen gewinnen. Ackroyds reliefartige Wandarbeiten verwandeln alltägliche Objekte und architektonische Elemente in seltsam psychologische Räume. Eine Waschmaschine öffnet sich zu einem Nachthimmel, anderswo umkreisen sich Werkzeuge wie die Bestandteile eines fernen Planetensystems. In weiteren Arbeiten winden, schlingen und wirbeln sich körperliche und organische Formen, oszillierend zwischen dem Anatomischen und dem Abstrakten. Das Häusliche kann kosmisch werden, der Körper zur Landschaft. Diese Bild-Kollisionen erinnern an die assoziative Logik der Kindheit, in der radikal verschiedene Dinge dasselbe Universum bewohnen können, ohne sich zu widersprechen. Ackroyds Faszination für Kinder-Stickeralben entspringt dem Versuch, die gesamte Welt in archetypischen Bildern zu erfassen. Quer durch Floaters breiten sich Regenbögen, Sterne, Blumen und andere kleine Aufkleber auf den skulpturalen Oberflächen aus und treffen dort auf Motive eines gänzlich anderen Ursprungs. Tarnmuster etwa werden von ihrer militärischen Funktion gelöst und in etwas Unschuldiges, fast Dekoratives verwandelt. Dennoch bewahren sie dabei eine unbehagliche Spur der Gewalt, die ihrem Ursprung eingeschrieben ist. Bilder tauchen auf, verschwinden und kehren verändert zurück, als bewegten sie sich durch die fragile Architektur eines Traums.