





bis dann, plastische Stücke und Zeichnungen
AktuellNowCourtesy boa-basedonart gallery
Die Arbeiten von Inge Schmidt zeichnen sich durch eine außergewöhnliche Konzentration auf Material, Form und räumliche Präsenz aus. Ohne auf vordergründige Effekte zu setzen, entwickelt sie Skulpturen und Objekte, deren Wirkung aus der Präzision ihrer Setzungen und dem sensiblen Umgang mit den jeweiligen Materialien entsteht. Jedes Werk entfaltet eine eigene innere Ordnung und lädt dazu ein, sich auf die feinen Beziehungen zwischen Körper, Fläche, Linie und Raum einzulassen.
Eine besondere Rolle spielen dabei die einfachen, alltäglichen Materialien, mit denen Inge Schmidt arbeitet: dünne Bauhölzer, Karton, Wellpappe, Leim, Klebeband, Schnur oder Draht. Die Künstlerin selbst bezeichnet sie als „nichtige Materialien“. Gerade ihre Unscheinbarkeit ermöglicht ein freies und unbelastetes Arbeiten. Sie besitzen keine aufgeladene Bedeutung oder besondere materielle Aura, sondern bleiben offen für Veränderung, Verbindung und Transformation.
Das Behelfsmäßige und Improvisatorische dieser Materialien bildet den Ausgangspunkt für eine präzise skulpturale Sprache. Aus einfachen Mitteln entstehen Konstruktionen von großer Klarheit und zugleich überraschender Leichtigkeit. In der Spannung zwischen dem Vorläufigen und der präzisen Setzung entsteht eine besondere poetische Qualität, die immer wieder auch einen feinen, leisen Humor erkennen lässt.
Die Arbeiten von Inge Schmidt stehen in einem engen Verhältnis zu ihrer Umgebung. Architektur wird nicht zum Hintergrund, sondern zum Gegenüber: Wände, Böden, Kanten und Proportionen werden aufgenommen und in die Komposition einbezogen. Zwischen Konstruktion und Offenheit entstehen Arbeiten, die den Raum strukturieren, ohne ihn zu dominieren.
Manfred Schneckenburger beschreibt diese besondere Qualität des Werkes von Inge Schmidt:
„Manche KünstlerInnen oder Künstler würde das Attribut ‚bescheiden‘ fast schon diskreditieren. Bei Inge Schmidt steht es dagegen für eine hohe ästhetische Qualität, einen sehr raren Verzicht auf jede skulpturale Rhetorik, auf große Worte wie Gesten – eine Konzentration auf das, was gerne ‚wesentlich‘ genannt wird: die Beschränkung auf Mittel und Wege, die ebenso essentiell wie unverzichtbar sind für ein ‚plastisches Stück‘.“
Zeichnungen und Künstlerbücher erweitern das skulpturale Denken der Künstlerin. Sie stehen in engem Zusammenhang mit ihren plastischen Arbeiten und bilden zugleich einen eigenständigen Bereich ihres Werkes.
Die Ausstellung bei boa-basedonart gibt Einblick in ein über Jahrzehnte entwickeltes einzigartiges Werk und eine außergewöhnliche künstlerische Praxis, die sich durch eine konsequente Auseinandersetzung mit Material, Form und Raum auszeichnet.