







Chroma
AktuellNowCourtesy Bernhard Knaus Fine Art
Mit Chroma präsentiert die Galerie Bernhard Knaus Fine Art neue Arbeiten des nordirischen Malers Mark Francis (*1962), dessen Werk sich als malerische Übersetzung von Klang, Frequenz und Resonanz entfaltet. Seine Werke sind dichte Wahrnehmungsfelder, in denen Sehen und Hören ineinander übergehen und eine synästhetische Erfahrung erzeugen. Zwischen Abstraktion und visuellem Erinnern angesiedelt, wirken sie wie Partituren eines unsichtbaren Klanggeschehens.
Farbe erscheint bei Francis als akustisches Phänomen. Vibrierende Farbfelder, pulsierende Linien und rhythmisch organisierte Strukturen entfalten eine Dynamik, die an Schwingungen, Echos und Überlagerungen von Tönen erinnert. Die Bildoberfläche wird zu einem Resonanzraum, in dem sich Frequenzen verdichten, ausdehnen und überlagern. Titel wie Sound Echo, Metronomic Sound oder Veil verweisen auf diese klanglichen Qualitäten und lenken die Wahrnehmung auf ein Hören im Sehen. Francis verleiht dem Klang durch Bewegung, Intensität und Rhythmus Form.
Der Titel Chroma beschreibt ein umfassendes akustisches Feld, ein Kontinuum aus Geräuschen, Stimmen und Frequenzen, das unsere Wahrnehmung durchzieht. Klang wird hier als grundlegendes Ordnungsprinzip erfahrbar: Er strukturiert Räume, prägt kulturelle Identität und formt individuelle Erfahrung. Francis greift dieses immaterielle Gefüge auf und transformiert es in eine Malerei, die weniger darstellt als vielmehr zum Klingen bringt – als visuelles Echo eines permanenten, uns umgebenden Stroms von Schwingungen.
Ausgangspunkt seiner Arbeiten sind häufig Strukturen, die an wissenschaftliche Modelle erinnern: Netzwerke, kristalline Ordnungen oder zelluläre Gefüge. Diese Systeme lassen sich auch als visuelle Analogien zu Klang verstehen – als Muster von Wiederholung, Variation und Verdichtung. Francis, der sich früh mit mathematisch-biologischen Fragestellungen auseinandersetzte, überführt diese Ordnungen in eine freie malerische Sprache. Was in der Wissenschaft analysiert und beschrieben wird, erscheint hier als rhythmische, beinahe musikalische Struktur.