Metaxy : Zwischen Zerstörung und Wiederaufbau

Metaxy : Zwischen Zerstörung und Wiederaufbau

BaldSoon
Gruppenausstellung
10. September – 6. Dezember 2026
VernissageOpening: Mittwoch, 9. September 2026, 18:30 Uhr

Das Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt richtet den Blick auf den Zeitraum zwischen Zerstörung und Wiederaufbau, auf jenen unsicheren Moment, in dem noch offen ist, wie Gesellschaften mit Verlust, Schuld und Erinnerung umgehen.

Kriege und die Folgen der Klimakrise zerstören weltweit Städte und Lebensräume. Millionen von Menschen verlieren ihr Zuhause. Wiederaufbau ist deshalb eine dringende Aufgabe. Wird er jedoch auf ein technisches Projekt reduziert – als Rückkehr zur Ordnung, als vermeintliche „Stunde Null“ oder gar als Gelegenheit für Investition und Innovation –, gerät aus dem Blick, dass nicht nur Gebäude zerstört werden, sondern auch soziale Beziehungen, Lebenswelten und historische Zusammenhänge. Die entscheidenden Fragen des Wiederaufbaus stellen sich deshalb, bevor überhaupt gebaut wird.

Hier setzt das Projekt „Metaxy : Zwischen Zerstörung und Wiederaufbau“ mit einer Ausstellung und einem vierteiligen Veranstaltungsprogramm an. Metaxy, altgriechisch für „zwischen“, bezeichnet einen Raum, in dem Vergangenheit und Zukunft, Erinnerung und Neubeginn sowie Verlust und Hoffnung zugleich wirksam sind. Rekonstruktion bedeutet nicht die Rückkehr zu einem früheren Zustand, sondern die Freilegung der durch Gewalt zerrissenen Zusammenhänge.

Ausgehend vom Akademiegebäude am Hanseatenweg als exemplarischem Ort des Wiederaufbaus nach 1945 verbindet die Ausstellung eine Spurensuche zur kolonialen, nationalsozialistischen und jüdischen Geschichte des Berliner Hansaviertels mit Positionen aus Afghanistan, Bangladesch, Bosnien und Herzegowina, Deutschland, Israel, dem Jemen, Palästina, Polen, dem Sudan, Syrien, der Ukraine und den USA. Das größte Exponat ist Ausstellungsarchitektur selbst: Sie überlagert die ehemalige Bebauung des Grundstücks mit den heutigen Ausstellungshallen. Dieses Palimpsest im Maßstab 1:1 macht die Geschichte des Ortes durch das Dazwischen räumlich erfahrbar.

Ein Veranstaltungsraum als Teil der Ausstellung lädt zu Gesprächen, Vorträgen, künstlerischen und musikalischen Performances ein. Ein partizipatives Vermittlungsprogramm mit Führungen und Lecture Performance Walks sowie eine Ausgabe der Zeitschrift ARCH+ vertiefen die Themen der Ausstellung.

Hala Alnaji, Archigrest, Marina Tabassum Architects, Maja Bajević, Centre for Documentary Architecture, Kees Christiaanse, Tiffany Chung, Co-Haty, Salma Samar Damluji, Nir Evron, Ola Hassanain, Paul Hübner, Anton Kolomyeytsev, Omer Krieger, V. Mitch McEwen, megouem, Kioomars Musayyebi, Marina Naprushkina/Neue Nachbarschaft Moabit, Open Group, Ute Richter, Sasha Marianna Salzmann, Immanuel Schuhmacher, Arinjoy Sen, Nurit Stark, Syrbanism, topoScape, Feda Wardak, Eyal Weizman, Ines Weizman, Julita Wójcik, Lebbeus Woods, Ina Wudtke

Aus der Überlagerung der Vorkriegsbebauung mit dem Akademiegebäude von Werner Düttmann entsteht ein Zwischenraum, der durch künstlerische Beiträge und Besucher*innen aktiviert wird. Erinnerung wird dabei zum Ausgangspunkt neuer Beziehungen. Daran knüpfen die diskursiv-künstlerischen Veranstaltungen, das Vermittlungsprogramm von KUNSTWELTEN und Immanuel Schuhmachers musikalisch-performative ZWISCHENSTÜCKE an und erweitern die Ausstellung um einen gemeinsamen Denk- und Erfahrungsraum.

Die musikalisch-performativen ZWISCHENSTÜCKE sind ein eigenständiges Format innerhalb von „Metaxy : Zwischen Zerstörung und Wiederaufbau“. Sie verbinden Ausstellung und Programm und eröffnen neue Formen der Wahrnehmung.

Ein Ensemble um Immanuel Schuhmacher (Konzept und Perkussion), Paul Hübner (Trompete), Kioomars Musayyebi (Santur) und Nurit Stark (Violine und Bratsche) bewegt sich durch die Ausstellungs- und Veranstaltungsräume. Musikalische Unterbrechungen und performative Einschübe greifen Gespräche und Situationen auf, verändern den Blick auf die Ausstellung und gestalten Übergänge zwischen einzelnen Programmpunkten. Die vier Musiker*innen arbeiten dabei an der Schnittstelle von Interpretation, Komposition, Performance und Improvisation.

Die ZWISCHENSTÜCKE finden während der Veranstaltungen an folgenden Tagen ohne Ankündigung einer genaueren Uhrzeit statt: